Chiemgau: Der komplette Guide zu Chiemsee, Alpen & Sehenswürdigkeiten (2026)
JBSAktualisiert 14. Juli 2026 · faktengeprüft anhand amtlicher Quellen
Ganzjährig einen Ausflug wert
Entdecken Sie den Chiemgau
Der Chiemgau im südöstlichen Bayern vereint Naturschutz auf höchstem Niveau mit kulturhistorischer Tiefe, idyllischen Landschaften und wachsender wirtschaftlicher Attraktivität. Wichtig zu wissen: Der Chiemgau ist keine Stadt, sondern eine gewachsene Kulturlandschaft, benannt nach dem Ort Chieming, nicht nach dem Chiemsee selbst.
Chiemgau Landschaft
Mit seinen landschaftlichen Reizen, historischen Sehenswürdigkeiten und lebendigen Bräuchen finden Sie hier nicht nur einen Ort der Erholung, sondern auch ein Fenster in die Vergangenheit und Gegenwart Bayerns.
784 km²Fläche der Region Chiemgau (BfN-Abgrenzung)
80 km²Chiemsee, größter See Bayerns
500–1.800 mHöhenlage über NN
3Landkreise: Traunstein, Rosenheim & Berchtesgadener Land
Was zählt alles zum Chiemgau? Die Abgrenzung erklärt
Die Ferienregion Chiemgau erstreckt sich über etwa 784 Quadratkilometer. Nach der offiziellen kulturlandschaftlichen Gliederung des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) gehören dazu nicht nur die Landkreise Traunstein und Rosenheim, sondern auch Teile des Landkreises Berchtesgadener Land.
Eine geographisch exakte Grenze gibt es dabei nicht: Im Westen reicht der Chiemgau bis ans Inntal heran, im Süden bis zur österreichischen Landesgrenze und umfasst dort die Chiemgauer Alpen mit Hochries, Kampenwand und Hochgern. Im Osten bildet nicht die Traun, sondern die ehemalige territoriale Grenze des Rupertiwinkels die Abgrenzung, im Norden reicht die Region bis zur Gemeinde Engelsberg. (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt, Kulturlandschaftssteckbrief „59 Chiemgau“, Stand 2011.)
Namensgebend war übrigens nicht der Chiemsee, sondern der Ort Chieming: Der Name geht auf den althochdeutschen Personennamen „Chiemmi“ zurück, im Sinne von „Leute des Chiemmi“. Belegt ist, dass ein Mann dieses Namens im Jahr 744 als Gaugraf hier ansässig war, die erste schriftliche Erwähnung des Namens „Chiemgau“ selbst („Chimingaoe“) stammt aus dem späten 8. Jahrhundert.
Welcher Ort ist der Hauptort am Chiemsee?
Prien am Chiemsee gilt als zentraler Hauptort direkt am See: größte Gemeinde am Ufer, eigener Bahnhof mit Direktverbindungen nach München und Salzburg sowie Ausgangshafen der Chiemsee-Schifffahrt zur Herren- und Fraueninsel. Weitere bedeutende Orte am und um den See sind Rimsting, Breitbrunn, Gstadt, Seebruck, Chieming, Übersee und Bernau am Chiemsee.
Welcher See im Chiemgau ist der schönste?
Eine der meistgestellten Fragen zum Chiemgau, die ehrliche Antwort: Es kommt auf den Anspruch an. Der Chiemsee ist mit 80 km² der größte und bekannteste See Bayerns und dank seiner drei Inseln unbestritten der Publikumsliebling. Wer es ruhiger und ursprünglicher mag, findet in der Eggstätt-Hemhofer Seenplatte mit ihren 17 kleinen Eiszerfallsseen oder am Simssee naturbelassenere Alternativen abseits des Trubels.
12 wichtige Fakten, die Sie über den Chiemgau wissen sollten:
Geografische Lage: Der Chiemgau liegt im südöstlichen Oberbayern, erstreckt sich über rund 784 km² und umfasst Teile der Landkreise Traunstein, Rosenheim und Berchtesgadener Land.
Der Chiemsee: Der Chiemsee ist mit etwa 80 km² der größte See Bayerns. Er entstand als Zungenbecken des Chiemseegletschers während der Würmeiszeit vor rund 15.000 Jahren.
Die Chiemgauer Alpen: Die Chiemgauer Alpen bieten zahlreiche Freizeitmöglichkeiten, darunter Wanderungen auf Gipfel wie die Kampenwand, den Hochfelln und den Hochgern.
Römische Geschichte: Im römischen Zeitalter war „Bedaium“ (das heutige Seebruck) ein wichtiger Straßenknotenpunkt der Provinz Noricum auf der Route Salzburg–Augsburg.
Mittelalterliche Geschichte: Zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert prägten die „Chiemgaugrafen“ die Region; sie war sowohl den bayerischen Herzögen als auch den Fürsterzbischöfen von Salzburg verbunden.
Klosterlandschaft: Bereits vor dem 10. Jahrhundert entstand auf der Fraueninsel ein Benediktinerinnenkloster (der Überlieferung nach 782 von Herzog Tassilo III. gegründet); um 1130 siedelten Augustiner-Chorherren auf der Herreninsel.
Lüftlmalerei: Eine besondere Form der traditionellen bayerischen Freskenmalerei, die auf vielen Gebäuden in der Region zu finden ist.
Natur und Tierwelt: Der Chiemgau beherbergt reiche Flora und Fauna, u. a. Wachtelkönig, Blaukehlchen und Bekassine im Bergener Moos sowie die als Rote-Liste-Arten geführten Fischarten Perlfisch und Seeforelle im Chiemsee.
Wirtschaft: Salzhandel und -produktion prägten Traunstein über Jahrhunderte („Güldene Salzstraße“); in Bergen wurde von 1561 bis 1932 in der späteren Maximilianshütte Eisen verhüttet.
Tourismus: Der Chiemgau ist heute eine beliebte Region für Wanderer, Radfahrer und Wintersportler und zieht jährlich zahlreiche Touristen an.
Verkehrsanbindung: Die Bundesautobahn A8 München–Salzburg verläuft direkt am südlichen Chiemseeufer und macht die Region für Urlauber wie Pendler gut erreichbar.
Naturschutz: Große Teile des Chiemgaus, u. a. Chiemsee, Simssee und Eggstätt-Hemhofer Seenplatte, sind als Natura-2000- und seit 2005 als Ramsar-Gebiet (internationales Vogelschutzgebiet) ausgewiesen.
Diese 12 Fakten geben Ihnen einen Überblick über die geografischen, historischen und kulturellen Besonderheiten des Chiemgaus, geprüft anhand des Kulturlandschaftssteckbriefs des Bayerischen Landesamts für Umwelt sowie touristischer Fachquellen.
Chiemgau Index: Kurz & Klar
Der Chiemgau vereint auf 784 km² den Chiemsee, die Chiemgauer Alpen und jahrhundertealte Tradition, von römischen Handelswegen über barocke Klöster bis zum modernen Ganzjahres-Tourismus zwischen München und Salzburg. Verwaltet wird die Region touristisch von zwei Verbänden: Chiemgau Tourismus (Landkreis Traunstein) und Chiemsee-Alpenland Tourismus (Landkreis Rosenheim).
Chiemgau: Visuelle Zeitlinie
Der Chiemgau hat eine reiche Geschichte, die von prähistorischer Besiedlung über die Römerzeit bis zum modernen Tourismus reicht. Die folgenden Meilensteine sind anhand des LfU-Kulturlandschaftssteckbriefs sowie weiterer historischer Fachquellen geprüft.
Vorgeschichte
Früheste Besiedlung
Archäologische Funde belegen eine Besiedlung rund um den Chiemsee bereits durch den prähistorischen Menschen, lange vor der römischen Zeit.
1.–4. Jh.
Römische Provinz Noricum
„Bedaium“ (heute Seebruck) ist bedeutender Straßenknotenpunkt der Römerstraße von Salzburg nach Augsburg, dokumentiert im dortigen Römermuseum.
782 n. Chr.
Kloster Frauenchiemsee
Der Überlieferung nach gründet Herzog Tassilo III. das Benediktinerinnenkloster auf der Fraueninsel, bis heute eine der „kulturellen Urzellen“ des Chiemgaus.
744 / spätes 8. Jh.
Erste Namensnennung
Die „Freisinger Traditionen“ belegen 744 einen Gaugrafen namens Chiemmi vor Ort; als „Chimingaoe“ taucht der Regionsname erstmals in Urkunden auf.
um 1130
Herreninsel & Kloster Seeon
Augustiner-Chorherren siedeln auf der Herreninsel; das im 9. Jahrhundert gegründete Kloster Seeon entwickelt sich zum geistlichen und kulturellen Zentrum.
13.–16. Jh.
Burgen & Salzhandel
Burgen wie Hohenaschau, Marquartstein und Tittmoning sichern die Region; Traunstein steigt durch die „Güldene Salzstraße“ zur bedeutenden Salzproduktionsstätte auf.
1561–1932
Eisenverhüttung Bergen
Das spätere „Maximilianshütte“ genannte Eisenverhüttungswerk in Bergen prägt die regionale Wirtschaft über drei Jahrhunderte.
1873–1886
Schloss Herrenchiemsee
König Ludwig II. erwirbt die Herreninsel und lässt sein Versailles-Pendant errichten – aus Geldmangel bleibt der Bau 1886 unvollendet.
1870er Jahre
Beginn des Tourismus
Mit dem Bahnhof in Prien am Chiemsee beginnt die touristische Erschließung der Region für Reisende aus dem In- und Ausland.
1948
Verfassungskonvent von Herrenchiemsee
Auf der Herreninsel erarbeitet der Verfassungskonvent die Grundlagen für das spätere deutsche Grundgesetz, Herrenchiemsee wird zur „Verfassungsinsel“.
nach 1945
Gründung Traunreut
Auf dem Gelände einer ehemaligen Munitionsfabrik entsteht Traunreut durch die Ansiedlung von Heimatvertriebenen.
1989 & 2005
Gewässerschutz & Ramsar-Status
Nach Inbetriebnahme der Ringkanalisation 1989 sinkt die Nährstoffbelastung des Chiemsees deutlich; seit 2005 schützen Ruhezonen das international bedeutsame Vogelschutzgebiet.
Quellen: Bayerisches Landesamt für Umwelt (Kulturlandschaftssteckbrief „59 Chiemgau“, Stand 2011), ergänzt um touristische und historische Fachquellen.
Was sind die Top-Sehenswürdigkeiten im Chiemgau?
Die meistgestellte Frage zum Thema Ausflugsziele, hier die Antwort in kompakter Form:
1. Schloss Herrenchiemsee, Ludwig II. Versailles-Pendant auf der Herreninsel
2. Kloster Frauenwörth, Benediktinerinnenkloster auf der Fraueninsel, gegründet 782
3. Kampenwand (1.669 m), Hausberg mit Panoramablick über den Chiemsee
4. Kloster Baumburg, fast 1.000 Jahre altes Augustiner-Chorherrenstift bei Altenmarkt
6. Römermuseum Seebruck, Zeugnisse des antiken „Bedaium“
7. Kloster Seeon, Kultur- und Bildungszentrum auf der Klosterhalbinsel
8. Hochgern & Hochfelln, markante Kalkgipfel der Chiemgauer Alpen
9. Naturkunde- und Mammut-Museum Siegsdorf, 45.000 Jahre altes Mammutskelett
10. Traunsteiner Altstadt & Hofbräuhaus, Zeugnis der Salzhandels-Geschichte
Anreise zum Chiemgau: Mit dem Auto, der Bahn, und wie viele Kilometer sind es eigentlich?
Der Chiemgau ist gut erreichbar, sowohl mit dem Auto als auch mit der Bahn. Von München bis zum Chiemsee sind es über die Autobahn A8 rund 85 bis 90 Kilometer, je nach Zielort (Ausfahrt Bernau am Chiemsee oder Prien am Chiemsee).
Auch mit der Bahn ist der Chiemgau gut erreichbar. Es gibt direkte Zugverbindungen von München und Salzburg nach Städten wie Traunstein, Rosenheim und Prien am Chiemsee.
Verkehrsmittel
Route
Details
Mit dem Auto
Von München
A8 Richtung Salzburg, ca. 85–90 km bis zum Chiemsee.
A8 Richtung Salzburg
Ausfahrt „Bernau am Chiemsee“ oder „Prien am Chiemsee“, je nach Zielort.
Fahrt durch die Region
Die B305 bzw. B304 führen durch den südlichen bzw. nördlichen Teil des Chiemgaus.
Von Salzburg (Österreich)
A1 Richtung Deutschland, dann A8 Richtung München.
Mit der Bahn
Von München Hbf
Zug Richtung Salzburg oder Rosenheim.
Zugverbindungen
Direkt erreichbar: Prien am Chiemsee, Traunstein, Rosenheim, Übersee.
Von Salzburg Hbf
Zug über Rosenheim nach Prien am Chiemsee oder weiter nach Traunstein.
Dieser Anfahrtsplan zeigt Ihnen die gängigsten Wege, um den Chiemgau sowohl mit dem Auto als auch mit der Bahn zu erreichen.
Entdecken Sie weitere Themenwelten im Chiemgau Index
Der Chiemgau hat noch viel mehr zu bieten. Vertiefen Sie sich in die einzelnen Themenwelten des Chiemgau Index:
Segeln, Baden und Ausflüge zur Herreninsel, das landschaftliche Herzstück der Region. Zum Chiemsee-Guide →
Chiemgau Karte & Anreise
Orientierung
Hinweis: Mit „Chiemgau Karte“ ist hier keine Landkarte gemeint, sondern die kostenfreie Gästevorteilskarte für Ruhpolding, Inzell & Umgebung. Für eine reine Übersichtskarte empfiehlt sich zusätzlich ein Kartendienst.
Golfen im Chiemgau
7 Golfanlagen
Sportliche Abwechslung vor bayerischer Postkartenidylle. Zum Golfen-Guide →
Der Chiemgau ist eine Kulturlandschaft im südöstlichen Oberbayern rund um den Chiemsee. Er umfasst Teile der Landkreise Traunstein, Rosenheim und des Berchtesgadener Landes, reicht von rund 500 bis 1.800 Metern über NN und ist sowohl bei Wanderern als auch bei Wintersportlern beliebt.
Der Chiemgau liegt im Regierungsbezirk Oberbayern zwischen München und Salzburg. Die Grenzen sind laut Bayerischem Landesamt für Umwelt nicht exakt fixiert: im Westen bis ans Inntal, im Süden bis zur österreichischen Landesgrenze, im Osten bis zur ehemaligen Grenze des Rupertiwinkels, im Norden bis zur Gemeinde Engelsberg.
Prien am Chiemsee gilt als zentraler Hauptort direkt am See: größte Uferort, eigener Bahnhof mit Anbindung nach München und Salzburg sowie Ausgangspunkt der Chiemsee-Schifffahrt zu Herren- und Fraueninsel.
Der Chiemsee gilt mit rund 80 km² als größter und bekanntester See der Region und wird wegen seiner drei Inseln und der Alpenkulisse oft als schönster See genannt. Ruhiger und naturbelassener wirken die Eggstätt-Hemhofer Seenplatte und der Simssee, die Wahl hängt vom persönlichen Anspruch ab.
Im Chiemgau können Besucher wandern, Rad fahren, Boot fahren, Ski fahren, und Eislaufen. Die Region bietet auch viele Sehenswürdigkeiten, wie die Inseln im Chiemsee und historische Städte.
Die Kombination aus Natur, Kultur und Freizeitmöglichkeiten zieht zahlreiche Touristen an. Der Chiemgau bietet sowohl für Outdoor-Fans als auch für Kulturinteressierte ein breites Angebot.
Die beste Reisezeit für den Chiemgau hängt von den Interessen ab. Im Sommer bieten sich Wanderungen, Radtouren und Baden an, während der Winter ideale Bedingungen für Skifahren und Winterwandern bietet.
Zu den bekanntesten Orten im Chiemgau gehören Rosenheim, Traunstein, Prien am Chiemsee und Bad Endorf. Diese Orte bieten einen guten Zugang zur Region und zu den Sehenswürdigkeiten.
Zu den Highlights zählen Schloss Herrenchiemsee auf der Herreninsel, das Kloster Frauenwörth auf der Fraueninsel, das Kloster Baumburg, die Chiemgauer Alpen mit Kampenwand und Hochgern sowie zahlreiche Museen, wie das Chiemgauer Schulmuseum.
Von München bis zum Chiemsee (z. B. Ausfahrt Bernau oder Prien) sind es über die Autobahn A8 rund 85 bis 90 Kilometer, je nach Zielort.
Der Chiemgau ist gut mit dem Auto und der Bahn erreichbar. Vom Münchner Hauptbahnhof fahren regelmäßig Züge nach Rosenheim und Prien, und mit dem Auto ist die Region über die A8 oder B305 gut zu erreichen.
Die Region bietet typische bayerische Küche wie Schweinebraten, Weißwurst, Brezen und regionale Spezialitäten wie Chiemgauer Bier. In den Gasthöfen und Restaurants kann man in gemütlicher Atmosphäre traditionelle Gerichte genießen.